Es gibt viele Möglichkeiten, nach einem Gebrauchten Ausschau zu halten. Und ebenso viele Risiken.
Wo Sie Ihren neuen Alten finden und was Sie beachten müssen? Hier erfahren Sie es.
- Vielleicht beim Markenhändler in Ihrer Umgebung? Dort gehen Sie das geringste Risiko ein. Zwar werden Sie womöglich mehr ausgeben müssen. Dafür liefert Ihnen der Markenhändler aber auch umfassenden Service: Er macht in seiner Werkstatt einen Rund-um-Check, bietet eine Gebrauchtwagengarantie an sowie attraktive Finanzierungsformen.
- Lockt Sie das Angebot eines Gebrauchtwagenhändlers, der unter bunten Lichtgirlanden und Fähnchen das "Top-Angebot der Woche" präsentiert? Seien Sie vorsichtig! Lieblos zusammengeschmiedeten Unfallwagen sieht man ernste Mängel auf den ersten Blick nicht an. Und so entpuppt sich dieses Angebot nicht selten als Flop des Jahres. Wenn aber ein Gebrauchtwagenhändler ohne Markenanbindung schon seit langer Zeit am gleichen Ort ansässig ist, Werkstatt-Meister-Service und Finanzierungen über namhafte Banken anbietet, können Sie unterstellen, dass er seriös ist. Beim Gebrauchtwagenhändler haben Sie jedenfalls einen besseren Schutz als beim Kauf von Privat. Sie haben mindestens eine 12-monatige Gewährleistung bei Mängeln. Im ersten halben Jahr nach der Übergabe des Fahrzeugs gilt eine Beweislastumkehr zugunsten des Käufers. Der Verkäufer muss im Falle eines Mangels beweisen, dass er bei der Übergabe noch nicht vorhanden war. Darüber hinaus treffen den Kfz-Händler als Verkäufer gesteigerte Prüf- und Informationspflichten. So kann er nicht einfach die Unfallfreiheit oder einen bestimmten Kilometerstand behaupten, wenn konkrete Anhaltspunkte das Gegenteil nahe legen.
- Sie heißen mobile.de, autoscout24.de, autobild.de oder ebay.de - Portale im Internet, auf denen man Autos kaufen und verkaufen kann. Experten schätzen, dass inzwischen drei Viertel aller Gebrauchtwagen-verkäufe im Internet angebahnt werden. Doch so komfortabel es ist, ein Gebrauchtfahrzeug nach bestimmten Parametern wie Postleitzahl, Kilometerstand und Alter via Bildschirm auszuwählen -beim zumeist anonymen Geschäftsabschluss per Internet lauern zahlreiche Fallstricke. Viele Verbraucher verhalten sich bei der Jagd nach dem ultimativen Schnäppchen im Internet extrem leichtfertig. Man kann deshalb nur dringend dazu raten, das Fahrzeug vor der Angebotsabgabe im Internet erst einmal zu besichtigen und Probe zu fahren. Der Grund: Ist der Vertrag erst einmal per Mausklick zu Stande gekommen, muss ihn der Käufer auch erfüllen. Und das heißt: Er ist dazu verpflichtet, das Fahrzeug gegen Zahlung des Kaufpreises abzunehmen. Der Verkäufer kann - sofern er ein Privatmann ist - die Gewährleistung für Mängel vollständig ausschließen.
- Wenn Sie von Privat kaufen wollen, nehmen Sie deshalb jemanden mit, der sich mit Autos auskennt. Alternativ vereinbaren Sie mit dem Verkäufer, eine Prüfstelle (TÜV, DEKRA, GTÜ) in der Nähe zu besuchen. Lassen Sie das Auto dort untersuchen. Unter dem Strich kaufen Sie von Privat allemal billiger als beim Händler. Dafür müssen Sie aber auf Service verzichten und der Verkäufer kann die Gewährleistung für Mängel ausschließen.