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Modellversuch: Begleitendes Fahren mit 17

... nicht ohne meine Mutter!

Viele Bundesländer haben beim Modellversuch "Begleitetes Fahren mit 17" mitgezogen 7. Fahrstunden dürfen sogar bereits im Alter von 16,5 Jahren genommen werden. Nach abgelegter Fahrprüfung erhalten die Fahranfänger zunächst eine Prüfbescheinigung, zum 18. Geburtstag gibt es dann als Geschenk den richtigen Führerschein. Dieses Modell hat sich nun soweit bewährt, dass es in Kürze in ganz Deutschland eingeführt werden wird. Am 04.08.2010 hat das Kabinett dem Vorschlag des Bundesverkehrsministers Ramsauer zugestimmt, das Straßenverkehrsgesetz zu ändern. Voraussichtlich wird wir das "Begleitete Fahren mit 17" somit ab 01.01.2011 bundesweit möglich sein.

Angst vor den motorisierten Straßenverkehrs-Novizen muss allerdings niemand haben, denn die jüngst gewonnene automobile Freiheit hat einen entscheidenden Haken: Es geht nicht ohne Mama oder Papa oder eine andere ältere und erfahrene Begleitperson.

Die Begleitung

Bis zur Volljährigkeit des jungen Verkehrslehrlings muss bei dessen Fahrten immer ein geübter Co-Pilot auf dem Beifahrersitz Platz nehmen.

Der Begleiter muss mindestes 30 Jahre alt sein, seit fünf Jahren die Fahrerlaubnis haben und darf mit höchstens drei Punkten im Flensburger Zentralregister in der Kreide stehen. So bestimmt es der Gesetzgeber in der Fahrerlaubnisverordnung. Die möglichen Begleitpersonen stehen namentlich in der rosa "Prüfbescheinigung", die den minderjährigen Kraftfahrern die ersten Erfahrungen im Straßenverkehr möglich macht.

Die Selbständigkeit

Mit dem 18. Geburtstag dürfen sich die Anfänger dann dem Argusblick der begleitenden Kontrolleure entziehen. Dann nämlich wird dem volljährigen Fahrer die endgültige Lizenz zum Fahren ausgestellt.

No Risk no Fun?

An der Struktur der Gesamtbevölkerung haben die 18 bis 24jährigen Fahrerlaubnisinhaber gerade einmal einen Anteil von acht Prozent. Ihr Anteil an Verkehrstoten indessen stieg in den vergangenen Jahren allerdings sprunghaft an: Der ist nämlich mit 23 Prozent gleich dreimal höher.

Endstation Leichenhalle

Die Unfallursachen gleichen sich in fast allen Fällen: Geschwindigkeitsrausch, Freiheitsdrang, mangelnde Erfahrung am Steuer und hohe Risikobereitschaft enden nicht selten günstigstenfalls auf Intensivstationen oder eben tragisch in Leichenhallen.

Das Experiment

Bei dem Modellversuch "Begleitendes Fahren mit 17" setzen die Verkehrsexperten auf Sicherheit durch Erfahrung. Sehr positive Erfahrungen wurden mit ähnlichen Versuchen in einigen unserer Nachbarländer gemacht.

Die Ergebnisse

Während nämlich Fahranfänger in Deutschland statistisch ein fünfmal höheres Unfallrisiko eingehen, als ihre Lenkradkollegen mit längerer Fahrpraxis, riskieren beispielsweise schwedische Neulinge nur das Doppelte. In Österreich gar, wo das begleitende Fahren schon vor vielen Jahren eingeführt wurde, sind diese Werte sogar um 15 Prozent gesunken.

Wichtige Vorschriften: § 48a FeV (Fahrerlaubnis-Verordnung) Voraussetzungen

Zuletzt aktualisiert am 10.12.2010

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