
In vielen Familien mit Schulkindern erzeugen die Halbjahreszeugnisse Angst und Schrecken. Gute Noten sind die Voraussetzung für eine erfolgreiche Schulkarriere, und diese ist wiederum wichtig für eine spätere gute Berufsausbildung. Deshalb reagieren viele Eltern mit Entsetzen und bangen um die Zukunft ihrer Kinder, wenn diese schlechte Noten nach Hause bringen oder gar der Vermerk, Versetzung gefährdet' das Zwischenzeugnis ziert.
"Grundsätzlich brauchen Kinder und Jugendliche gerade in kritischen Situationen die Unterstützung ihrer Eltern", so die Rechtsexperten der D.A.S.,Europas Nr. 1 im Rechtsschutz. "Kritik sollte konstruktiv sein und dem Schülerkeinesfalls das Gefühl geben, er sei ein Versager."
Die Eltern sollten für ein schlechtes Zwischenzeugnis eine Art Notfallplan parat haben: Trösten und Mut zusprechen, um dem Kind zu zeigen, dass man an es glaubt und ihm hilft aus dem Dilemma zu kommen. Vorwürfe und Strafandrohungen verstärken die Hilflosigkeit des Kindes oder führen zu Trotzreaktionen. Wichtig istvor allem, die Ursachen für die schlechten Noten und den Leistungsabfall zu ergründen, darauf zu reagieren und entsprechende Lösungen anzubieten. Meistliegt das Problem nicht an Faulheit oder mangelnden Fähigkeiten sondern vielmehr an individuellen persönlichen Schwierigkeiten, die aus dem Umfeld des Kindes oder aus einer jeweiligen Entwicklungsphase erwachsen können. Erkennt man die Ursache, die auch eine unerkannte Lese- oder Schreibschwäche sein kann, kann man das Leistungsdefizit unter Umständen rasch aktiv aufarbeiten. Häufig wirdauch einfach zu wenig miteinander gesprochen. Die Eltern sollten mit ihrem Kind klären, wie sich die jeweilige Seite die schulische Laufbahn vorstellt und welche Unterstützung das Kind benötigt, um das gesetzte Ziel zu erreichen. Je klarer und eindeutiger Absprachen und Ziele formuliert werden, desto eher werden sie eingehalten und erreicht. Regelmäßige Gespräche der Eltern mit dem oder den Lehrern, durchaus in Anwesenheit des Schülers, sind ebenfalls von großer Wichtigkeit. Sind die Probleme von längerer Dauer, sollte der Kontakt mit der Schule intensiviert werden, da es häufig schon hilft, wenn die Kinder spüren, dass sich Schule und Eltern verständigen.
Hausaufgaben- oder Nachhilfe kann auf begrenzte Zeit sinnvoll sein, sollte aber keinesfalls eine Dauereinrichtung werden. Die Kinder müssen lernen, dass Eigenverantwortung und Selbständigkeit ein wichtiger Faktor für den schulischen Erfolg sind. Keinesfalls sollten jedoch die Eltern als Nachhilfelehrer fungieren, der Streit ist vorprogrammiert. Die Unterstützung durch Geschwister, Großeltern, Freunde oder Lerngruppen mit Klassenkameraden hingegen sind meist erfolgreich. Hilft dies alles nicht, bleibt noch der Weg zum Schulpsychologen.
Das alljährliche Zwischenzeugnis, das häufig von Schülern und Eltern als Stressfaktor betrachtet wird, stellt eine Art Zwischenbilanz ohne rechtliche Bedeutung dar. In der Regel sollten die Betroffenen ihren Notenstand kennen und dem Tag der Zeugnisverteilung entspannt entgegensehen. "Selbst die Schüler, die im Halbjahreszeugnis den Vermerk ,Versetzung gefährdet' nach Hause bringen - das sind je nach Bundesland schätzungsweise zwischen drei und fünf Prozent - fallen am Schuljahresende längst nicht alle wirklich durch", beruhigen die Rechtsexperten der D.A.S., Europas Nr. 1 im Rechtsschutz, "im Gegenteil, viele Schüler ziehen aus dem Warnhinweis die Konsequenz und strengen sich entsprechend an, um das Klassenziel zu erreichen." Eltern versetzungsgefährdeter Kinder sollten keinesfalls mit Vorwürfen, Strafen oder Zorn reagieren. Das bewirkt nur Hilflosigkeit und unter Umständen Trotzreaktionen beim Betroffenen, der sich selbst schon ärgert. Stattdessen ist es wichtig, gemeinsam mit dem Kind, die Ursachen für die schlechten Noten zu ergründen, die sowohl familiäre Probleme, wie eine Lese- oder Schreibschwäche, eine Unter- oder Überforderung oder auch die beginnende Pubertät sein können. Je nach Problemstellung, in jedem Fall sollten Eltern und Kinder gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten und Fördermaßnahmen suchen, die dann nach einem festen Plan umgesetzt werden sollten. Findet man innerfamiliär keine Lösung für die schulische Problematik kann man sich an den schulpsychologischen Dienst wenden. Schüler, die sich nicht trauen, ihre Schulprobleme zuhause zu thematisieren sollten sich mit entsprechenden Telefonhotlines, dem Jugendamt oder Familienberatungsstellen in Verbindung setzen.